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Warum ein schlechtes Arbeitgeberimage nicht nur Bewerber, sondern auch Kunden abschreckt

Sabine Zagar

Eine negative Kununu-Bewertung tut weh – ein medialer Shitstorm noch viel mehr. Doch egal, auf welchem Weg die Arbeitgebermarke angekratzt wurde, der Schaden sorgt längst nicht nur bei den Recruitern für Magenschmerzen. Denn neben den potenziellen Mitarbeitern, strafen auch die Kunden eine negative Arbeitgebermarke ab.

Die einfache Rechnung: Zufriedene Mitarbeiter = zufriedene Kunden

Es ist so: Einkaufen mit gutem Gewissen geht für Verbraucher dann am besten, wenn das Produkt von einem Arbeitgeber mit einem guten Markenimage stammt. Es wundert daher nicht, dass Produkte und Dienstleistungen guter Arbeitgeber besonders stark nachgefragt werden. Doch wie wirkt sich ein schlechtes Arbeitgeberimage aus? Jeder vierte Konsument – so unsere Online-Umfrage von TERRITORY EMBRACE weiter – hat eine hohe Bereitschaft, Produkte eben jener Arbeitgeber zu boykottieren. Wer dennoch kauft, tut dies nur zögerlich. Bei Menschen mit hoher Bildung fällt das Ergebnis sogar noch drastischer aus. Jeder zweite Gutverdiener lässt Produkte von Unternehmen mit schlechtem Image links liegen.

Personalmarketing und Produktmarketing – zwei unterschiedliche Themen?

Die Studie zeigt, wie nah sich Produkt- und Personalmarketing stehen. So wundert es nicht, dass immer mehr Unternehmen auf Content-Kampagnen setzen, in denen sie ihre Mitarbeiter zu Markenbotschaftern machen. Mitarbeiter eines Discounters erklären im Werbespot nicht etwa, wie wertig die Produkte sind, sondern wie zufrieden sie als Mitarbeiter. Ein Sportartikelhersteller lässt seine Artikel nicht von Models präsentieren, sondern schickt seine Crew mitsamt der hauseigenen Ausrüstung auf Abenteuertrips. Die Großbrauerei Warsteiner ging sogar so weit, seinen fürs Personalmarketing kreierten Slogan „Das beste Wir der Welt“ auf die gesamte Markenwerbung auszuweiten. Ein Trend, der zeigt, dass Marketing-Themen gar nicht separiert betrachtet werden müssen. Employer Branding wird damit immer mehr zu einer Schlüsseldisziplin im Marketingmix eines Unternehmens.

Und was ist mit Unternehmen, die trotz Negativimage zu den Top-Playern zählen?

Wer sich mit dem Zusammenhang zwischen Arbeitgeberimage und Umsatz auseinandersetzt, der denkt unweigerlich auch an Konzerne, die medial in der Kritik stehen und dennoch Millionenumsätze erwirtschaften. Heißt das etwa, die Rechnung „schlechtes Image = schlechter Umsatz“ geht doch nicht immer auf? Nein, denn natürlich können Unternehmen aufgrund mangelnder Konkurrenz und hoher Produktqualität selbst schwere Imagekrisen überstehen. Doch wer weiß, wie hoch der Umsatz sein könnte, würde ein Klick auf den Warenkorb kein schlechtes Gewissen bei den Kunden auslösen? Und spätestens dann, wenn konkurrenzfähige Unternehmen den Markt umkrempeln, kann das Image als guter Arbeitgeber zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor werden.

Bildquellen:

Ampel: Kai Pilger/ Unsplash

Junge Frau: rawpixel/ Unsplash

Hintergrund: Jacek Dylag/ Unsplash

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