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Coworking Spaces – das Arbeitsmodell der Zukunft für alle?

Caroline Huzel

Sharing is Caring: Im Zeitalter der Digitalisierung muss dieses Teilen allerdings nicht immer nur digital sein. Coworking Spaces etablieren sich als Arbeitsmodell immer mehr, weil sie das Zusammenarbeiten neu denken – und das von der Idee erst einmal ganz analog. Dabei sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht nur an stylische Lofts und kreative Start-ups denken, sondern den wirklichen Nutzen dieses Ansatzes in den Fokus rücken. Dann sind Coworking Spaces in fast jedem Unternehmen umsetzbar – wenn sich die Verantwortlichen trauen, bestehende Strukturen neu zu denken.

Was der flexible Arbeitsplatz mit sich bringt

Ihren Ursprung haben Coworking Spaces – wie könnte es anders sein – im Gründerparadies Silicon Valley in den USA. Vor allem Freelancer, Kreative und digitale Nomaden als auch Gründer kleiner Start-ups finden in den offen gestalteten Büros einen flexiblen Arbeitsplatz, der einen Austausch und eine Zusammenarbeit mit anderen Personen ermöglicht.

Coworking Spaces leben vom offenen Arbeitsbereich. Offenheit und Gemeinschaft zählen nicht nur zu den Grundwerten des Coworking, sondern tragen auch maßgeblich dazu bei, eine Plattform fürs Networking zu bieten. An erster Stelle steht die Community: Man profitiert vom Wissen der anderen und so entwickeln sich Ideen schnell zu Ergebnissen. Denn Studien zufolge arbeiten Menschen im Coworking Space nicht nur motivierter, sondern auch deutlich produktiver und erzielen dadurch auch ein höheres Einkommen.

 

Coworking Spaces im Unternehmen – geht das?

Besser, effizienter, erfolgreicher? Auf den ersten Blick scheinen Coworking Spaces allein aus ökonomischer Sicht erstrebenswert für alle Unternehmer und Unternehmen zu sein. Gerade aber auch Personaler müssen sich fragen: Hilft der Aufbruch fester Strukturen in meinem Unternehmen vielleicht dabei, mich als attraktiverer Arbeitgeber zu präsentieren? Auch, wenn es nicht direkt ein neues Loft im hippen Industriegebiet sein muss, können Grundprinzipien des Coworking-Ansatzes übernommen werden. Frei nach dem Motto: Coworking light im selben Gebäude.

Da ist zum Beispiel die freie Sitzplatzwahl: Ob für einzelne Projekte oder dauerhaft kann eine neue Dynamik des Miteinanders geschaffen werden, die an die Grundprinzipien des Coworkings erinnert. Es verschwimmen die Grenzen zwischen den Abteilungen, was nicht nur den Austausch anregt und die Motivation fördert, sondern auch die Unternehmenskultur festigt – Stichwort: Transparenz. Auf diese Weise inspirieren sich die Mitarbeiter aus den verschiedenen Abteilungen gegenseitig und ziehen Vorteile aus dem fachfremden Blick auf ein Problem. Der frische Input kann schneller umgesetzt werden. Durch den flexiblen Wechsel der Plätze geschieht die Vernetzung der Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens ganz automatisch und man hat die Möglichkeit, einander unternehmensintern und abteilungsübergreifend besser kennenzulernen.

Wie funktioniert das Ganze?

Allerdings geht durch das Prinzip „Coworking Spaces für jeden“ zunächst einiges an Struktur verloren­ – jedenfalls im physischen Sinne. Die Arbeitsbedingungen im Coworking Space können befruchtend sein, was Ideen angeht, es ist gleichzeitig ein echtes Umdenken in den Köpfen der Mitarbeiter und Arbeitgeber notwendig. Aber: Dadurch, dass die Arbeitswelt heute in vielen Bereichen längst digitalisiert ist, verliert auch die physische Struktur eines Unternehmens immer mehr an Bedeutung. Projektmanagementtools und Cloud-Lösungen ermöglichen eine transparente, strukturierte Arbeitsweise, die jederzeit für jeden Zugangsberechtigten sichtbar ist – völlig unabhängig davon, wo sich derjenige oder diejenige gerade befindet.

Sind sie es also: Coworking Spaces ein Arbeitsmodell der Zukunft? Zunächst einmal erfordert es eine gehörige Portion Mut für Arbeitgeber, die gewohnte Struktur aufzubrechen und das Coworking-Konzept im eigenen Unternehmen auszuprobieren. Grundvoraussetzung hierfür ist natürlich, wie immer im Change Management, die Offenheit der Führungsetage, die Möglichkeiten für Veränderungen schaffen muss – und Zeit und Geld dafür bereithalten. Für Personaler, die den Fokus auf das bestehende Team setzen, kann eine neue Dynamik (mit einem besseren Workflow) entstehen. Und mit Blick auf eine Generation an Arbeitnehmern, die sich bei der Jobwahl nach neuen Formen der Arbeit umschaut, könnten Modelle dieser Art ein Entscheidungskriterium für einen Arbeitgeber sein.

Bildquellen:

Titelbild: Alesia Kazantceva/unsplash.com

Teamarbeit am PC: Annie Spratt/unsplash.com

Büro mit Fahrrädern: Roman Bozhko/unsplash.com 

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