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Vom Suchen und Finden junger Talente

Eva Friese & Jan Franzen

Papier oder Internet? Berufsschule oder Unternehmen? Nebenjob oder Freizeit? Ob es die Form der Bewerbung ist, die Präferenz der Lernorte oder die Ausgeglichenheit von Arbeit und Freizeit für die Auszubildenden – die Suche nach einer Ausbildung und der Alltag als Azubi sind geprägt von individuellen Erwartungen und persönlichen Herausforderungen. Unser azubi.report 2017 von Ausbildung.de gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen von Schülern und Personalern – und zeigt konstruktive Wege für beide Seiten auf.

Unternehmen wünschen sich talentierte Bewerber, Schüler transparente Stellenausschreibungen

Bevor es mit der Ausbildung überhaupt losgeht, stehen die Jugendlichen vor einer großen Hürde: der Bewerbung. Viele von ihnen verstehen die Anforderungen in der Stellenanzeige nicht und können sich überhaupt nicht vorstellen, was sie in der Ausbildung erwartet – und das gilt für Schüler aller Schulformen. Hinzu kommt, dass die Bewerbungstrainings in den weiterführenden Schulen nicht zeitgemäß sind: Die meisten Jugendlichen lernen die Möglichkeiten, die sich ihnen mittlerweile online bieten, nicht gut genug kennen – von Bewerbungsportalen bis hin zur Video-Bewerbung. Am schlechtesten fühlen sich Abiturienten auf die Bewerbung vorbereitet.

„Beim Schreiben meiner Bewerbung wusste ich gar nicht, wo ich anfangen sollte – Lebenslauf, Anschreiben, Anlagen?“

Die schlechte Vorbereitung spiegelt sich auch in der Qualität der Bewerbungen wider: Personaler bemängeln, dass diese im Verlauf der letzten Jahre immer weiter abgenommen hat.

Personaler wollen ihre Bewerber kennenlernen – und treffen sie nicht

Dass Jugendliche ihren Ausbildungsplatz online suchen, wissen die Personaler. Warum nutzen sie trotzdem nicht vor allem Karriereseiten und Online-Portale, um ihre Stellen zu promoten? Ein Antwortversuch: Die Persönlichkeit ihrer Bewerber ist Personalern nach wie vor wichtig, scheinbar suchen sie diese allerdings an der falschen Stelle. Hier machen Unternehmen die gleichen Fehler, wie die Berufsschulen – sie trauen sich nicht, sich auf den Medienalltag der Jugendlichen einzulassen und suchen weiterhin auf Karrieremessen, per Zeitungsanzeigen oder über Plakate ihr Glück.

„In den letzten Jahren sind die Bewerbungen immer schlechter geworden – live wollen wir uns davon überzeugen, wie gut die Bewerber wirklich sind.“

Es erleichtert den Bewerbungsprozess allerdings für beide Seiten enorm, wenn schon im ersten Schritt klar wird, wer zum Unternehmen passt – oder auch nicht. Und da kommen zu allererst die Schulen ins Spiel.

Schulen, Unternehmen und Schüler: Geht aufeinander zu!

Bewerbungstrainings in den Schulen dürfen nicht mehr nur als altmodisches Pflichtprogramm abgespult werden. Die Berufsvorbereitung an Schulen muss sich quantitativ und qualitativ ändern – und das bedeutet eben auch: digitalisiert werden. Nicht nur in diesem Punkt können die Lehrer die Zukunft ihrer Schüler mitgestalten. Und wenn Unternehmen in dieselbe Richtung denken, gewinnen am Ende alle Seiten.

Bildquellen:

Frauen auf Sofa: Ben White/unsplash.com

Junge auf Dach: Erik Lucatero/unsplash.com

Frau in Café: Brooke Cagle/unsplash.com

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