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Embrace the Change? Employer Branding in der Zukunft

Virginia Kalla

Wir schreiben das Jahr 2030: Während das autonome Fahrzeug Leute zum Arbeitsplatz bringt, erklingt bereits das vertraute Surren der Drohnen durch die Luft, die Pakete ausliefern. Am Arbeitsplatz angekommen begrüßt der Mitarbeiter der Zukunft seine Kollegen und Kolleginnen, bevor er sich der künstlichen Intelligenz zuwendet, die, im Gegensatz zu den menschlichen Mitarbeitern des Unternehmens, auch ohne Schlaf auskommt. Das klingt wie der Anfang eines Science-Fiction-Blockbusters – ist aber letztlich der Ausblick auf unsere Arbeitswelt in der, zugegebenermaßen nicht mehr ganz so weit entfernten, Zukunft. Die eine Frage, die sich wohl jeder Mitarbeiter einer gut funktionierenden Wirtschaftsnation stellt: Wie sieht die Arbeit in der Zukunft aus und vor allem, wie steht es um die Zukunft der Arbeit?

Rund 57 Prozent der Jobs heutzutage können schon bald automatisiert werden, sprich durch technologische Neuerungen von Maschinen oder Robotern ausgeführt werden, wie eine Studie von Frey & Osborne zeigt. Die meisten Menschen finden den Gedanken an eine automatisierte Welt sicherlich befremdlich, wenn nicht sogar erschreckend: Roboter werden zunehmend die manuelle Arbeit übernehmen, künstliche Intelligenzen werden vielerorts eingesetzt und so menschliche Arbeitskräfte ersetzen. Doch warum ist diese Vision in unserer Vorstellung immer etwas Negatives? Betrachten wir doch einmal die Vorteile, die solche Veränderungen in der Arbeitswelt mit sich bringen – und zeigen, wie der Arbeitgeber durch geschicktes Employer Branding den Mitarbeitern die Zukunftsängste nehmen kann.

Die drei Säulen des (zukünftigen) Employer Brandings

Tatsache ist, dass technologischer Fortschritt nicht aufzuhalten ist und auch weiterhin die Arbeitswelt verändern wird. Als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer bietet sich dadurch nun die Möglichkeit, sich zunehmend auf das Wichtige zu fokussieren – auf menschliche Werte. Diese können schließlich nicht maschinell erzeugt werden. In Zukunft werden Menschen also weiterhin ihre Stärken im Job einbringen können: Kreativität, Kommunikation und emotionale Intelligenz. Doch was genau bedeutet das fürs Employer Branding der Zukunft? Wie kann ich als Arbeitgeber meinen (zukünftigen) Mitarbeitern zeigen, dass sie, trotz Automatisierung, weiterhin als Arbeitskräfte des Unternehmens geschätzt werden und unersetzlich sind? Nun, letztlich sind es genau die drei Säulen, die auch jetzt schon für das richtige Employer Branding unabdingbar sind: Transparenz, Kultur und Anpassungsfähigkeit.

Transparenz – Embrace the possibility

Transparenz ist so ein typisches Buzzword, welches gerne mal im Teammeeting fällt, wenn es darum geht, welche Werte das Unternehmen lebt. Viele Unternehmen schreiben es sich auf ihre Fahnen, doch wenige leben es auch wirklich. Dabei ist gerade Transparenz ein wichtiger Faktor, um den eigenen Mitarbeitern oder zukünftigen Bewerbern zu zeigen, was im Unternehmen wirklich zählt.

„37 Prozent der Arbeitnehmer haben Sorge, dass die Automatisierung ihre Jobs gefährdet.“

Auch 2030 wird gerade dieser Aspekt noch wichtiger: Als Arbeitgeber muss ich transparent darstellen, wie sich das Unternehmen weiterentwickeln wird und zeigen, dass die Arbeitskräfte nicht durch Maschinen ersetzt werden. Und falls doch, so muss ich Alternativen aufzeigen, wie sich die Arbeitskräfte stattdessen weiterentwickeln können. Laut einer Studie von PwC, fürchten immerhin 37 Prozent der Arbeitnehmer, bald ihren Job an eine Maschine zu verlieren. Der Arbeitgeber muss es also schaffen, den Mitarbeitern die Angst vor der Veränderung zu nehmen und stattdessen die Vorteile aufzeigen.

Kultur vorleben – Embrace the culture

Einer der häufigsten Fehler beim Employer Branding: Die Unternehmen präsentieren nach außen hin Werte, die sie selbst nicht leben. Es ist zwingend notwendig, dass ein Arbeitgeber seine Arbeitskultur auch vorlebt und nicht nur große Reden schwingt und Marketingmaßnahmen ergreift. Setzt das Unternehmen auf flache Hierarchien? Dann soll der Chef sich auch von seinen Angestellten duzen lassen und auf dem Flur ein nettes Pläuschen über die Freizeitaktivitäten des letzten Wochenendes halten. Bietet der Arbeitgeber gute Aufstiegs- oder Weiterbildungsmöglichkeiten? Dann sollte die Abteilungsleitung auch regelmäßig checken, ob sich der eine oder andere Mitarbeiter nicht vielleicht unter- oder überfordert fühlt, oder doch mehr Potential verborgen ist, was noch ausgeschöpft werden kann. Die Zufriedenheit der eigenen Mitarbeiter ist schließlich das beste Employer Branding.

Anpassungsfähigkeit – Embrace the change

Die Arbeitswelt verändert sich und sowohl Arbeitskräfte als auch das Unternehmen selbst sind stetig wachsende Organismen. Vergleichbar sind sie mit Zimmerpflanzen: Mit den wechselnden Jahreszeiten muss man Standort und Pflege beachten. Genauso verhält es sich mit Mitarbeitern und der eigenen Unternehmenskultur. Sie befinden sich in einem ständigen Entwicklungsprozess und deshalb ist Anpassungsfähigkeit für ein gut funktionierendes Unternehmen unerlässlich. Und in Anbetracht der sich verändernden Arbeitswelt in der Zukunft, ist die Fähigkeit, sich anzupassen ohnehin notwendig, um sich als Arbeitgeber auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten.

Fakt ist: change is coming. Und entweder wir, als Arbeitgeber, akzeptieren diese Veränderungen und entwickeln uns mit ihr, oder wir werden schnell den Anschluss verpassen und können zukünftig keine motivierten Mitarbeiter finden und halten. Letztlich sollten wir die Zukunft als das sehen, was sie ist: die Chance, dass sich nicht mehr alles um den Job als Tätigkeit dreht, sondern als eine Möglichkeit, sich zu entfalten und die eigenen, menschlichen, Potentiale auszuschöpfen.

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