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Influencer – legitime Marketingmassnahme oder Schleichwerbung?

Eva Friese

Die Glaubwürdigkeit von YouTubern und Instagramern, die ein bestimmtes Duschgel, ein teures Kopfhörermodell oder andere Produkte in ihren Videos und Bildern anpreisen, hat in den letzten Monaten stark gelitten. Der Einsatz von Influencern ist immerhin längst kein Geheimtipp mehr, sondern DER Marketingtrend 2017. Was die ehrlichsten unter den Werbegesichtern schon länger tun, wird bei Instagram jetzt Pflicht: Die Kennzeichnung von Beiträgen, die im Rahmen einer (bezahlten) Kooperation entstanden sind. Instagram selbst betont die Einzigartigkeit der Plattform und all der Möglichkeiten und Beziehungen, die sie bietet – allerdings stellen die Betreiber der Plattform auch heraus, dass sie Transparenz und Offenheit in der Kommunikation als wichtigen Aspekt der Instagram-Gemeinschaft ansehen. Das neue Label „Paid Partnership“ macht das jetzt möglich. Durch diese Markierung haben User die Möglichkeit, Werbung auf einen Blick zu erkennen. Aber was bedeutet das fürs Personalmarketing?

Influencer im Personalmarketing

Klar, für die User ist diese Neuerung ein echter Vorteil: Erkennen zu können, ob es sich bei einem Beitrag um Werbung handelt oder nicht, ist wichtig für die Nutzung von Medien im Allgemeinen – und in Printmedien und im TV ist eine Kennzeichnung längst Pflicht! Im Social Web geht es bei Werbung längst nicht mehr nur um Produkte, auch in der Personalwerbung ist Influencer-Marketing längst angekommen. Aber was bedeutet das für die Unternehmen, die auf Influencer im Personalmarketing setzen? Tatsächlich nichts Negatives! Schließlich würde man doch nicht ernsthaft jemanden dafür bezahlen, dass er bewusst Lügen über das eigene Unternehmen verbreitet, nur um in der Öffentlichkeit gut dazustehen. Die Langfristigkeit von Werbemaßnahmen steht eben auch hierbei im Mittelpunkt. Professioneller ist der Einsatz von Influencern auf einer ehrlichen und transparenten Basis allemal.

Ehrlichkeit und Transparenz machen professionell

Aber nicht nur die Plattform selbst wird durch diese Neuerung professioneller – auch der Einsatz von Influencern gewinnt an Professionalität! Gegen die gezielte Zusammenarbeit mit Influencern ist schließlich nichts einzuwenden, in der Tat gehören sie 2017 zu den wirksamsten Werbeträgern überhaupt. Usern – und potenziellen zukünftigen Mitarbeitern – durch den kleinen Zusatz „Sponsored“ oder „Werbung“ eine mündige Mediennutzung zu ermöglichen, sollte Unternehmen mit oder ohne Kennzeichnungspflicht wichtig sein. Nur so kann dem potenziellen Mitarbeiter keine heile Welt mehr vorgeheuchelt werden, wo gar keine ist. Authentizität ist und bleibt das Schlagwort, an dem sich Recruitainment messen lassen muss.

Was zum Beispiel Coral umtrieb – entfernen wir uns noch einmal kurz vom Personalmarketing – ihre Waschmittelflasche in den unmöglichsten Influencer-Momenten in die Kamera zu halten, ist nicht die „peinlichste Instagram-Kampagne des Jahres“, sondern genial: Gibt es doch derzeit kaum eine Kampagne, über die so viel berichtet wird. Im Personalmarketing könnte der Einsatz einer solchen Ironie auch zu einem positiven Image beitragen. Mit dem Zusatz der Kenntlichmachung eines Brandings könnte der User zumindest auch einen kredibilen Kontext herstellen. So oder so: Ist ein #Werbung bei manchen Influencern vielleicht ein Brandmarken der (Nicht-)Glaubwürdigkeit, benennt ein solcher Hashtag den Einsatz für Influencer im Personalmarketing mit genau dem, worum es sich dreht: Werbung für das eigene Unternehmen!

Bildquellen:

Titelbild: Nicolai Berntsen/unsplash

Leuchtreklame: Matt Glm/unsplash

Frau fotografiert Gebäck: Jenna Day/unsplash

Tennisplatz auf Dach: Chris Benson/unsplash

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