EMBRACE
BLOG

ZURüCK

Du auch hier? Über Recruiting im Social Web um jeden Preis

Jan Franzen

Kein Feed mehr auf Instagram ohne Sponsored Post. Mal besser und mal etwas schlechter hat sich das Native Advertising auf den meisten Social-Media-Kanälen etabliert – ungeachtet dessen, dass User vielleicht gar nicht überall von Unternehmen erreicht werden wollen. Fürs Personalmarketing stellt sich hier die Gretchenfrage: Wie haben wir‘s mit dem Recruiting im Social Web?

EINE KAUFEMPFEHLUNG, BEI DER ES NICHTS ZU KAUFEN GIBT

Das Hauptproblem von Personalern, die soziale Medien für ihr Recruiting nutzen wollen: Sie verkaufen kein angesagtes Produkt. Unter markenaffinen Hashtags – von #interiordesign über #beautyblogger bis zu #sneakerfreaker – streuen sich Produkte unter die Instagram-User, die mit etwas Glück bald im Warenkorb landen. Was aber verkaufen Unternehmen, wenn sie per Facebook, Instagram, Snapchat & Co. nach potenziellen Bewerbern suchen? Ein Image.

Das primäre Ziel von Personalmarketing auf Social Media ist die Stärkung der eigenen Employer Brand. Nur, wer sich als attraktiver Arbeitgeber präsentiert, schafft Aufmerksamkeit – von Social Benefits über Teambranding-Events bis zur virtuellen Tour durchs Office kann einiges gezeigt werden. Eine entscheidende Rolle spielt hier natürlich das intelligente Targeting. Man spielt den Einblick in eine bessere Jobwelt nur denjenigen aus, die gerade auf der Suche sind. Und wenn die sich angesprochen fühlen, klicken sie auf einen Link oder swypen nach oben.

MIT EINER ZIELGRUPPE KOMMUNIZIEREN, DIE ALLES DARF UND WILL

Wobei an dieser Stelle noch einmal deutlich gesagt werden muss: Nicht jeder User möchte überall von Product-Placement – und dazu zählt im weiteren Sinne auch das Produkt Arbeitgebermarke – erreicht werden. Der Fall Snapchat hat gezeigt, dass User auf ihren Kanälen auch gerne mal unter sich bleiben möchten. Geo-Filter und Ads in Stories haben auf dem Portal nicht für den gewünschten Erfolg gesorgt – Snapchat bleibt eher ein Mittel zur One-to-one-Communication.

Sollen Unternehmen ihren potenziellen Bewerbern also auf alle Kanäle folgen? Nicht um jeden Preis. Sie gehen das (imagemäßige und finanzielle) Risiko ein, dass ihre Arbeitgebermarke nicht als attraktive Brand wahrgenommen wird. Denn es bleibt die größte Herausforderung, sich innerhalb weniger Sekunden beim Scrollen durch den Feed interessant genug zu machen, dass eine weitere Interaktion aus Usersicht lohnt. Und wie soll das ohne Weiteres gehen, wenn man vielleicht nicht das sexy Start-up ist, das mit coolen Motiven an der Wand und Kicker-Parties die Generation Z anspricht und ihnen eine unterhaltsame Zukunft zeigt?

DIE GROSSE HERAUSFORDERUNG, SICH IM BESTEN LICHT ZU ZEIGEN

Natürlich müssen Unternehmen präsent sein im Social Web. Sie sollen aber offen über Mittel und Wege nachdenken. Vielleicht sind es eher gut targetierte Ads oder ein gezieltes Retargeting, die die Markenawareness steigern, als hochfrequentierter organischer Content, der in vielen Fällen schwer zu produzieren ist. Denn die organische Reichweite, die im Online-Marketing gerade ausstirbt, ist nicht das probate Mittel, um eine maximale Userschaft zu erreichen.

Am Ende bleibt das eine Schlagwort, das über den Recruiting-Erfolg – welcher Art auch immer – entscheidet: Authentizität. Nicht nur in der Stellenanzeige, sondern auch und gerade im Social Web müssen Unternehmen sich so zeigen, wie sie wirklich sind und deutlich machen, was Bewerber erwartet. Denn wer keine ehrliche Werbung macht, braucht gar keine Werbung zu machen.

Bildquellen:

Testbild: Rathish Gandhi/unsplash.com

Zug: Rathish Gandhi/unsplash.com

Good News Is Coming: Jon Tyson/unsplash.com

Letzter BeitragNächster Beitrag