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Von Rockstars und Karriereleitern – oder: Auf der Suche nach der perfekten Stellenanzeige

Eva Friese

Unzählige Step-by-step-Anleitungen für die perfekte Stellenausschreibung gibt es online zu finden. Dort wird empfohlen, mit Textbausteinen zu arbeiten, möglichst „nah“ zu formulieren oder relativ offene Anzeigen zu schreiben, um eine große Zahl an potenziellen Bewerbern anzusprechen. Auch Gero hat auf saatkorn. seine fünf Regeln zum Schreiben von Stellenanzeigen veröffentlicht – und der erste Punkt ist hier ganz entscheidend: „Schreibe die Stellenanzeige für deinen Bewerber“! Mit Stellenanzeigen ist es also eigentlich, wie bei einem guten Buch: Sie sind für genau den geschrieben, der sie liest. Klingt recht simpel, oder?

Konkrete Anforderungen nennen – aber nicht aufbauschen

Obwohl die Zeiten, in denen Bewerber sich bei den Unternehmen anbiedern müssen, um einen Job zu bekommen – zum Glück! – längst vorbei sind, hoffen viele Personaler doch auch heute noch immer darauf, wenigstens ein bisschen umgarnt zu werden. Dementsprechend kommen nach wie vor viele Stellenanzeigen als Auflistung von Anforderungen und Profilvoraussetzungen daher. Hier herrscht oft noch immer die Meinung: Je schlechter erreichbar Unternehmen wirken, desto mehr Bewerber werden so richtig gierig auf die Stelle. Das stimmt natürlich schon lange nicht mehr. Es hilft also nicht, die Anforderungen in der Ausschreibung größer zu machen, als sie tatsächlich sind. Und genau hier machen viele Unternehmen ganz, ganz vieles falsch.

Rockstar sucht Karriereleiter – NOT!

Schlimmer und weniger kredibil als diese Art der Stellenausschreibungen sind nur jene, in denen allzu offensichtlich auf eine jugendliche, aufgesetzte und auch offensichtlich unpassende Sprache gesetzt wird. Ehrlich, es reicht nicht, sein lockeres Image dadurch auszudrücken, dass man „Rockstars“ sucht, die die „Karriereleiter stürmen“ wollen – die potenziellen Bewerber müssen ehrlich und ganz konkret erfahren, was auf sie zukommt. Und das geht nicht mit abgedroschenen Floskeln. Denn andersrum gilt doch genauso: „Ich bin ein echter Teamplayer!“ will auch kein Personaler in der Bewerbung hören.

Die Schablonenlösung? Individualität

Gibt es ihn jetzt, den ultimativen Step-by-Step-Guide? Leider nicht. Wenn man sich aber an folgenden Leitsatz hält, kommt man der Sache schon einen großen Schritt näher: So individuell wie die Mitarbeiter, die Sie für Ihr Team suchen, müssen auch die Stellenausschreibungen sein. Geben Sie konkrete Einblicke mit ehrlichen Insights in die potenziellen Aufgabengebiete, machen Sie deutlich, was harte Einstellungskriterien sind und bei welchen fehlenden Aspekten Sie sich persönlich vielleicht umstimmen lassen würden durch einen souveränen Auftritt und eine interessante Vita (Stichwort: „Quereinsteiger willkommen!“).

Wer sind wir – und wenn ja, wie viele?

Und schließlich – und da wären wir wieder bei einem großen Buzzword der Personalerwelt: Zeigen Sie auf, wen Sie in Hinsicht auf Ihre Cultural-Fit-Philosophie suchen! Sie wollen, dass die Bewerberin oder der Bewerber perfekt zu Ihnen passt? Dann raus mit der Sprache. Und wenn Worte manchmal nicht ausreichen, zeigen Sie Fotos Ihres Teams oder binden Sie ein Video mit ein.

Wie bei einem Bestseller gilt letztendlich eben auch bei der Stellenausschreibung: Stellen Sie sich vor, wer der Rezipient Ihres Werks ist, schließlich schreiben Sie die Ausschreibung nicht für sich selbst – Sie sind ja schließlich schon Teil des Unternehmens, das eine Stelle zu vergeben hat.

Bildquellen:

Titelbild: Marvin Meyer/unsplash.com

Mann mit Buch: Ben White/unsplash.com

Treppe: Samuel Zeller/unsplash.com

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